Belém
Die Gegend von Belém gehörte ursprünglich zum Gebiet der Tupinambá-Indianer. Belém wurde am 12. Januar 1616 von dem portugiesischen Kapitän Francisco Caldeira Castelo Branco gegründet. Die Gründung erfolgte durch die Errichtung der Festung Forte do Presépio (heute als Forte do Castelo bekannt) mit dem Ziel, die Region gegen Eroberungsversuche der Engländer, Franzosen und Holländer zu verteidigen. Die Stadt wurde zunächst Feliz Lusitânia benannt. Danach erhielt sie den Namen Santa Maria do Grão Pará sowie Santa Maria de Belém do Grão Pará, bis sie den heutigen Namen Belém erhalten hat.Entfernt vom Rest des Landes und stark verbunden mit Portugal hat Belém die brasilianische Unabhängigkeit erst im August 1823 anerkannt, nahezu einem Jahr nach ihrer Erklärung. Zwischen 1835 und 1840 wurde Belém zum Schauplatz des Aufstandes Revolta dos Cabanos, auch als Cabanagem bekannt. Dieser Aufstand gilt als derjenige mit der authentischsten Beteiligung des Volkes in der Geschichte des Landes. Durch den Kautschukboom erlangte Belém Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine große wirtschaftliche Bedeutung. Aus dieser Zeit stammen Prachtbauten wie z.B. das Teatro da Paz (1878), Palácio Antônio Lemos, Palácio Lauro Sodré, Colégio Gentil Bitencourt und der Ver-o-Peso (1901). Obwohl Belém etwas abseits der üblichen Touristenrouten liegt, sind einige interessante Gebäude und Einrichtungen zu besuchen: Goeldi Museum1866 gründete Emílio Goeldi die erste Instituition in der Region, die sich mit dem Sammeln von historischen Daten (Natur und Mensch) aus dem Raum Amazoniens beschäftigt. Heute wird das Museum und die Forschungs-einrichtung, die weltbekannt ist, vom CNPq (Bundesbehörde) unterhalten. Zum Museum gehört auch ein zoologischer Park. Teatro da Paz, auf der
Praça da RepúblicaErbaut zur Zeit des Kautschukbooms, aus der viele
der historischen Gebäude der Stadt herrühren. Das Theater wurde 2001
renoviert und ist nun wieder in Betrieb.Ver-o-Peso-Markt
FesteDer Círio (de Nossa Senhora) de Nazaré (seit 1790), jedes Jahr am zweiten Oktoberwochenende veranstaltet, ist das größte Fest der Stadt und gilt als größtes religiöses Fest Brasiliens: bis zu zwei Millionen Menschen kommen in die Stadt und tragen eine Marienstatue in einer Sänfte durch die Straßen, daran befestigt ist ein ewa 400 m langes starkes Seil. Wer das regelmäßig schwer umkämpfte Seil greifen kann („pegar a corda“), bekommt dafür dem Glauben nach die Sünden vergeben; dieser Brauch führte schon zu schweren Unfällen. Die Prozession verschifft die Marienstatue und begleitet sie in geschmückten Booten über die vorgelegene Bucht. Kindern werden an diesem Tag kleine bemalte Boote und Tierfiguren aus dem leichten Holz der Blattstiele der Buriti-Palme geschenkt, weshalb zum Círio auch Scharen von Händlern aus dem Umland mit selbst gebautem Spielzeug in die Stadt strömen. |
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