Brasilia - DF



Brasília wurde in den Jahren 1956 bis 1960 während der Präsidentschaft von Juscelino Kubitscheck in Folge der Entscheidung geschaffen, die Hauptstadt Brasiliens in eine zentraler gelegene Region um zuverlegen. Am 21.04.1960 wurde Brasilia zur Hauptstadt Brasiliens erklärt. Die Architekten Lucio Costa und Oscar Niemeyer, bauten diese Stadt für ursprünglich 500000 Einwohner. Heute hat Brasilia bereits mehr als 1,7 Millionen Bewohner. Trabantenstädte haben sich um den ursprünglichen Stadtkern gebildet.


Das Ergebnis dieses Projektes, welches vom Reissbrett des Urbanisten und Architekten her stammte, stellt ein unvergessliches Beispiel moderner Architektur dar, was im selben Augenblick monumentale und leichte Züge besitzt. Es zeugt von formaler Kühnheit, Funktionalität sowie unabdingbarer, ästhetischer Schönheit geprägt in gleicher Weise mit einem einschlägigen Äusseren.

Als erste architektonische und zeitgenössische Stadt ihrer Art wurde Brasília von der UNESCO zum Humanitären Erbe ernannt. Die neue Hauptstadt Brasiliens wurde mit dem Gedanken entworfen über mehrer grossflächige Grünflächen zu verfügen, welche einen Ausgleich zwischen Natur, Gebäuden und dem Menschen darstellen. Ein künstlich angelegter See, der Paraná, mit seiner 49 km langen Ausdehnung, bricht die Dürre dieses zentralen Hochgebirges. An seinen Ufern spiegeln sich einige der Freizeitattraktionen aus der Hauptstadt wieder. Diese ermöglichen besonders die Ausübung des Wassersports.

Die Stadt beherbergt sämtliche Auslandsvertretungen mit ihren Konsulatsgebäuden. Diese richten sich jeweils nach den architektonischen Normen eines jeden Landes, was daraus eine überraschende sowie angenehme Mischung macht. Wie als ob sie über einen eigenen Kalender verfügen würde, ist die Stadt in jeder Jahreszeit mit verschiedenen Farben bedeckt. Mit Rosa, in der Zeit der Baumspezies Paineiras; mit Gelb, wenn die Ipês blühen und mit Rot, Braun und Lila, wenn die Bougainvilleas überwiegen. Die Trockenperiode, welche sich zwischen Mai und September erstreckt, macht den Sonnenuntergang zum alltäglichen Erlebnis. In den Nächten des Vollmonds inspiriert der erleuchtete Himmel zu Festen an der frischen Luft sowie Spaziergängen im Stadtpark.

Sehenswürdigkeiten:

Torre de Televisão - Fernsehturm:

Von 08:00-20:00 Uhr geöffnet; kostenloser Aufzug. Der erste empfehlenswerte Besichtigungspunkt, den man keinesfalls auslassen sollte, ist der Fernsehturm an der höchstgelegenen Stelle der Avenida Monumental, die das Stadtzentrum durchzieht. Nachts ist der Besuch besonders lohnend. Genau gegenüber ragen die beiden Kongresstürme in den Himmel: links der Senat und die Abgeordnetenkammer. Davor der Busbahnhof und zu beiden Seiten die beiden grössten Einkaufszentren Südamerikas. Dies ist der Belebteste Ort in der ganzen Stadt.
 

Catedral - Kathedrale:

Ihre Symbolik ist umstritten: Dornenkrone Christi, Blüte, betende Hände oder Krone Marias werden Interpretation angeboten. Unumstritten gilt der Bau als Meisterwerk Niemeyers. Vor dem unterirdischen Eingang stehen moderne Steinskulpturen der vier Evangelisten. Der Eingang liegt im Schatten, um die Gläubigen vom Dunkeln ins Helle zu führen. Im Inneren ist die kreisrunde Kathedrale ganz schlicht. Keine Verziehrungen, keine Ausschmückungen stören die meditative Atmosphäre. Ein Altar, helle Plastikstühle und drei grosse Engelsfiguren von João Ceschiatti, die unter der Kuppel hängen - das ist alles.


Congresso Nacional:

geöffnet Montag bis Freitag von 14:00-17:00 Uhr
Oscar Niemeyers eigentliches Meisterwerk. Hier lässt sich am ehesten sein architektonisches Konzept nachvollziehen, die konvexen und konkaven Linien bzw. das utopisches Element der "fliegenden Untertassen" beweisen am deutlichsten seine Antihaltung gegenüber rigiden Modellen der Bauhaus-Architektur sowie rationalistischen Gestaltungen der Postmoderne. Im Innern befinden sich zahlreiche Kunstwerke und Kostbarkeiten.




Igreja Dom Bosco:

Von allen bedeutenden Gebäuden Brasílias ist diese Kirche mit der schönsten Innenarchitektur versehen. Die "Kirchenmauern" sind von oben bis unten aus nuancenreichen blauen und malvenfarbigen Glasstücken zusammengesetzt. Ein enormer Leuchter aus Bergkristall dient als Gegengewicht zum architektonischen Gefüge. Manche Leute bestätigen, dass der Leuchte erst drei Jahre nach Fertigstellung der Kirche angebracht wurde.





Kubitschek-Denkmal:

Im Inneren des Denkmals befindet sich eine kleine Fotoausstellung, die von den Projekten des Ex-Präsidenten berichtet. Sein Grabmal in der Mitte des Bauwerks umgibt ein üppiger Zierrat.








Palácio do Itamaraty - Itamarati-Palast:

Geöffnet Montag bis Freitag von 09:00-11:00 Uhr und 15:00-17:00 Uhr jedoch nur von aussen. Führungen auch drin finden um 10 Uhr udn 16 Uhr statt. Es ist eines der elegantesten Gebäude Brasílias; das Aussenministerium. Zierliche, schlanke Bogenkolonnen tauchen aus dem Wasser auf und scheinen sich in seinen Spiegelungen zu verlängern, was dem Baukörper eine harmonische Leichtigkeit verleiht. Im Bassin stellt eine meteorenförmige Skulptur die fünf Erdteile dar. An der Seite des Itamarati fällt ein längliches Gebäude auf, das sich aus Hunderten von gelben, orangefarbenen und braunen Kacheln zusammensetzt. Hierbei handelt es sich um das Werk Sergio Bernades, dem Lieblingsarchitekten von Präsident Quadros. Dieser zeigte sich nicht damit einverstanden, dass Niemeyer alleiniger Baumeister von Brasília sein sollte

Praça dos Três Poderes - Platz der drei Gewalten:

Besichtigungsmöglichkeit von 09:00-12:00 Uhr und von 14:00-17:00 Uhr, samstags und sonntags nur nachmittags. Hier haben die drei Gewalten ihren Sitz. Die Judikative (Justiz), Legislative (Parlament) und Exekutive (Regierung), eine Reihe architektonisch bemerkenswerter Gebäude. Zunächst einmal Senat und Abgeordnetenkammer, gebildet aus zwei Aneinandergeklebten Bauwerken und zwei überdimensionalen "Schüsseln": die umgedrehte ist der Senat, die andere, zum Himmel hin geöffnet, das Abgeordnetenhaus. Hier arbeiteten die Volksvertreter 1988 bis spät in die Nacht und sogar an Wochenenden die neue brasilianische Verfassung aus.


Planaltina:

Für historisch Interessierte ist ein Abstecher ins 40km entfernte Planaltina empfehlenswert. In dieser noch zum Bundesdistrikt gehörenden Stadt kann der bereits 1922 angebrachte Gründungsstein des zukünftigen Regierungsdistrikts besichtigt werden sowie ein historisches Museum mit Dokumenten über die Entstehung Brasílias.





   

Weitere Attraktionen/Besuche:

Eine Rundfahrt durch die Esplanade der Ministerien, wo man auf einen der schönsten von Oscar Niemeyer geschaffenen Gebäudekomplexe stösst. Der Platz Praça dos Três Poderes vereint drei Paläste, welche auch Hauptsitz des Präsidentschaftsgebäudes, der Kammer und des Senates sowie des Obersten Gerichtshofes darstellen. In der Esplanade der Ministerien befinden sich auch der Palast Itamaraty sowie der Regierungspalast.

Eine Aufführung im Nationaltheater Brasílias zu erleben. Jenem modernen Gebäude in Pyramidenform, welches sich von den naheliegenden Bauten abhebt und die drei wichtigsten Zuschauersäle der Stadt beherbergt.

Besuch im Nationalmuseum von Gemas, welches sich innerhalb des Funkturms befindet. In diesem Museum können auch die in der umliegenden Region vorrätig vorhandenen Halbedelsteine und Kristalle erworben werden.