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Gut zu wissen ...

Das Klima



Die Gegend des Pantanal gehört zu den tropisch-heissen und feuchten Klimazonen. Jährliche Durchschnittswerte der Luft liegen bei 24°C. Die jährliche Regenmenge beläuft sich auf 1.000 bis 1.250 Millimeter, was nicht viel ist, wenn man dies mit den Nachbarstaaten von Mato Grosso und Mato Grosso do Sul vergleicht. In diesen Bundesstaaten steigt derselbe Index auf 1.500 Millimeter pro Jahr - was die Tatsache untermauert, dass es sich im Pantanal um eine halbtrockene Region handelt.

Von Mai bis Juni ist die Zeit der Ebbe
Während das Wasser mit dem Rio Paraguay abfliesst, entwickelt sich in der Natur das neue Leben: Im Wasser, auf dem Land und in den Bäumen wird es jetzt besonders interessant und die Beobachtungen der Tierfamilien gehören zu den schönsten Erlebnissen und Fotomotiven. Die Temperaturen gehen zurück.

Von Juli bis Oktober sprechen wir von der Trockenzeit
Jetzt ist das Pantanal am angenehmsten. Die Flüsse sind auf ihr normales Ausmass zurückgegangen, die Wege sind wieder begeh- und befahrbar - keine Moskitos. Alle Arten von Tieren können in der Umgebung der Flüsse beobachtet werden. Die Temperaturen gehen nachts bis auf 10°C herunter.

Von November bis Januar ist Regenzeit

Die Fische ziehen mit den steigenden Wassern stromauf um zu laichen. Die Mückenplage - in den übrigen Monaten unbedeutend - nimmt jetzt ein lästiges Ausmass an, geht aber merkbar zurück, sobald die ersten Regenfälle einsetzen. Trotzdem eine besonders schöne Zeit für das Erleben der Landschaft, die mit der Feuchtigkeit wieder grünt und blüht. Die Tierwelt lebt in dieser Zeit etwas zurückgezogener, denn Wasser gibt es jetzt in den verstecktesten Winkeln genug. Die Temperaturen steigen auf 37°C an.

Obwohl die jährlichen Temperaturwerte als relativ konstant anzusehen sind, gibt es immer wieder Temperatureinbrüche, die schon mal auf -1°C heruntersinken oder auf 41°C anstiegen. Der Grund dieser thermischen Kontraste liegt beim Austausch der Luftströmungen in Richtung Nord-Süd - zwischen der "Cordilheira dos Andes", dem Westen, und dem "Planalto Brasileiro", dem Osten. Im Winter (Juni/Juli/August) kanalisiert dieser Korridor die kalten Winde vom Süden, die zum Äquator hinströmen und verursacht so eine ausgeprägte Abkühlung, die man im Pantanal "Friagem" nennt. 

 Dieses Phänomen erlebt man manchmal bis zu fünfmal in einem Jahr, und in anderen Jahren kann es völlig ausbleiben. Diese Abkühlung erreicht sogar das Tal des Amazonas. Dies geschah zum Beispiel im Juli 1975, als der Zentrale Süden und der brasilianische Westen den "Frost des Jahrhunderts" erlebten: kalte, trockene Winde wehten über das Pantanal mit 40 km/hund die Temperatur sank während einer Nacht auf 0°C! Das Gegenteil kann ebenfalls eintreffen, wenn die Winde vom Norden her wehen, heiss und feucht kommen sie vom Amazonas her und werden durch denselben Kanal geschleust.

 

Solche plötzlichen Klimaumstürze werden in der Regel von orgastischen Regengüssen im Pantanal begleitet. Hier fällt dann in wenigen Stunden soviel Wasser vom Himmel, wie unter normalen Umständen während eines ganzen Monats. Im Januar 1987 wurden in Corumbá (Mato Grosso do Sul) binnen 24 Stunden 145 mm Regen registriert! Die erwähnten Winde aus dem Norden verbinden sich gelegentlich noch mit denen aus dem Westen, welche, vom Pazifik kommend, die Anden überqueren - es entstehen Sturmfronten, die sich im allgemeinen während der Nacht über Paraguay bilden und sich dann in Richtung Mato Grosso verlagern. Unablässiger Donner und Blitze, heftiger Regen und peitschender Sturm sind die Begleiterscheinungen.


Eine Lagune

Zwischen Mai und Juni präsentiert die Ebene ihren höchsten Wasserstand. In dieser Zeit funktionieren die gefüllten Lagunen wie riesige Wasser- reservatorien. Einige von ihnen speisen nun die Flüsse, die anfangen, in ihr normales Bett zurückzuweichen. Obwohl man zwischen den einzelnen Lagunen mit dem Auge kaum bemerkenswerte Unterschiede erkennen kann, unterscheiden sich Fauna und Flora jeder einzelnen wesentlich voneinander. Das hängt von der unterschiedlichen Wassertiefe jeder Lagune, der jeweiligen Bodenbeschaffenheit und dem Mineralgehalt des Wassers zusammen. Lagunen sind bevorzugte Aufenthaltsorte der grossen Vögel und der Kaimane auf der Suche nach Nahrung. Manche Lagunen besitzen darüber hinaus noch einen geringen Salzgehalt - aus aufgelösten Salzen des Bodens - diese "Salzlagunen" locken bestimmte Tiere an, die das abgelagerte Mineral an ihren Ufern auflecken. Aquatische Kleinlebewesen wachsen in dieser Umgebung heran, die dann ihrerseits bestimmten Wasservogelarten zur Nahrung dienen.