[News vom: 30.04.2008]

Sigmar Gabriel fordert Nachhaltigkeit bei Ethanolprodukten in Brasilien

Dies erklärte der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel nach einem Treffen mit seiner brasilianischen Amtskollegin Marina Silva am vergangenen Montag in Brasília. In der Vereinbarung soll unter anderem die Verwendung von Biomasse zur Herstellung von Biokraftstoffen geregelt werden. In der gemeinsamen Pressekonferenz betonte Gabriel, dass dieses Abkommen Brasilien ermöglichen würde, die Fähigkeit einer nachhaltigen Produktion aufzuzeigen. Wenn dies bestätigt sei, so der Sozialdemokrat weiter, “gibt es keine Probleme mit Deutschland und Europa über den Import von brasilianischem Ethanol“. Die europäische Union plant bis 2020 den Anteil von alternativen Kraftstoffen im Vergleich zum herkömmlichen Sprit um 10 Prozent zu steigern. Gleichzeitig kritisiert die deutsche Bundesregierung die Vernichtung von Waldflächen – unter anderem auch in Brasilien – zur Herstellung der dringend benötigten alternativen Treibstoffe. Aber auch Preisexplosionen im Nahrungsmittelbereich werden seitens der EU durch dadurch angeblich fehlende Ackerflächen befürchtet.

Die brasilianische Umweltministerin Marina Silva wies darauf hin, dass die Herstellung von Biokraftstoff in Brasilien weder die Waldgebiete bedrohe noch im Wettbewerb zur Lebensmittelproduktion stehe. „Wir können in Brasilien die Anbauflächen verdoppeln ohne auch nur einen Baum zu fällen“ erklärte die Ministerin wörtlich. Gabriel ist erst am 28.04.2008 in Brasilien eingetroffen. Ziel der fünftägigen Reise sind Gespräche zur Vorbereitung der 9. UN-Naturschutzkonferenz, welche vom 19.-20.05.2008 in Bonn stattfindet. Bei der letzten Konferenz im Jahr 2006 in Curitiba war Brasilien Gastgeber. Der deutsche Umweltminister wird in den kommenden Tag noch Belém und Santarém im Bundesstaat Pará sowie die Millionenmetropole São Paulo besuchen, bevor er am Freitag (02.05.) die Heimreise antritt. Vor Ort will sich Gabriel einen eigenen Eindruck von der Artenvielfalt und deren Bedrohung verschaffen. Begleitet wird er von Mitgliedern aller Fraktionen im deutschen Bundesstag sowie Vertretern von Umweltverbänden. Quelle: Dietmar Lang für brasilienportal.ch