[News vom: 30.04.2008]Illegaler Holzhandel
Alle sollen einer einzigen Bande angehören und den Schmuggel und Verkauf von illegal gefälltem Holz gefördert haben. Unter den Verhafteten sind 29 Mitarbeiter der regionalen Umweltbehörde, mehrere Anwälte, 10 Bundespolizisten und 12 Holzhändler. Die Haftbefehle wurden von einem Bundesrichter in der Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso, Cuiabá, auf Antrag des Staatsministeriums veranlasst. Laut dem zuständigen Kommissar der Bundespolizei, Carlos Eduardo Fistarol, wurde die Bande vermutlich von einer Anwältin angeführt. Der Ausgangspunkt der Betrügereien soll jedoch in der Umweltbehörde des Bundesstaates liegen, wo die Mitarbeiter über die Möglichkeit verfügen, entsprechende Genehmigungen für den Handel mit Hölzern aus der Amazonasregion zu erteilen. Nach ersten Erkenntnissen wurden dort innerhalb von 48 Stunden Prozesse abgewickelt und Freigaben erteilt, die normalerweise bis zu 40 Tage dauern. Zudem werden Mitarbeiter des Instituts zum Schutz der Landwirtschaft verdächtigt, die Hölzer nach den erteilten Genehmigungen falsch deklariert zu haben, so dass edle Tropenhölzer als „normales Holz“ transportiert werden konnte. Bestochen wurden dann noch die kontrollierenden Polizeibeamten, welche die falsch deklarierten Transporte gegen Zahlung von rund 200 Euro je Lkw ungehindert passiert haben lassen sollen. Erst in den Nachbarstaaten bemerkten dann andere Kontrollstellen die Unregelmässigkeiten und informierten die Bundesbehörden.
Seit zwei Monaten wurde gegen die Gruppe ermittelt, am Ende wurden insgesamt 58 Haftbefehle gegen Verdächtige in 14 Städten und Gemeinden des Bundesstaates ausgestellt. Rund 250 Bundespolizisten und 20 Soldaten der nationalen Sicherheitskräfte waren bei der Suche und Festnahme der mutmasslichen Täter im Einsatz. Die ganze Aktion fand im Rahmen der Operation “Feuerbogen“ statt, die seit Anfang des Jahres Umweltverbrechen in ganz Amazonien aufdecken und verfolgen soll. In mehreren Bundesstaaten wurden inzwischen Tausende Kubikmeter Holz beschlagnahmt, illegale Köhlereien und Sägewerke geschlossen sowie Bussgelder in Millionenhöhe verhängt. Die Megaoperation im Norden Brasiliens wurde im Januar auf Geheiss von Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva ins Leben gerufen, nachdem Satellitenauswertungen einen neuerlichen Zuwachs an illegalen Rodungen im amazonischen Regenwald aufdeckten. Verschiedene nationale und internationale Umweltverbände sowie Industriestaaten hatten daraufhin Brasilien scharf kritisiert und ein härteres Vorgehen gegen die fortwährende Vernichtung des grössten Waldgebietes der Erde gefordert. Quelle: Dietmar Lang für brasilienportal.ch |
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