[News vom: 10.05.2008]Petrobras will 1 Mrd. Euro in Produktion von Ethanol und Biodiesel investieren
350 Millionen Hektar Land könnten insgesamt genutzt werden, 75.6 Millionen sind davon derzeit kultiviert. Und nur auf 3.6 Millionen Hektar wird überhaupt Biomasse angebaut, die später zum Biokraftstoff weiterverarbeitet werden soll. Auf 72 Millionen Hektar werden Lebensmittel und Tierfutter angebaut. Dies ist die doppelte Fläche der Bundesrepublik Deutschland, wobei die Fläche für Ethanol nur etwa der von Baden-Württemberg entspricht. Die Zahlen gab der Leiter der Abteilung für Systementwicklung der Petrobras, Antonio Sergio Oliveira Santana am heutigen Donnerstag auf der internationalen Konferenz für Transparenz und Nachhaltigkeit in Amsterdam bekannt.
Laut Santana plant der brasilianische Energieriese, bis zum Jahr 2012 seine Produktion auf rund 938 Millionen Liter Biodiesel pro Jahr zu erhöhen. Dafür sollen in einem ersten Schritt umgerechnet rund 90 Millionen Euro in drei Produktionseinrichtungen in Bahia, Minas Gerais und Ceará investiert werden. In den kommenden Monaten soll bereits mit der Errichtung der Einheiten begonnen werden. Petrobras verfolgt dabei globale strategische Ziele. Neben dem Kerngeschäft der Öl- und Gasförderung sollen die umweltfreundlichen Kraftstoffe ein spezielles Substitut darstellen, um die Aktivitäten in diesem Sektor zu intensivieren. Der in Brasilien produzierte Biosprit soll demnach nicht nur den einheimischen Markt bedienen sondern zudem rund um den Globus vermarktet werden. Brasilien will damit seine Marktführerschaft in diesem Bereich entscheidend ausbauen. Rund 1 Milliarde Euro will der halbstaatliche Konzern bis 2012 im Sektor der Biodiesel- und Ethanolproduktion investieren. Dafür sollen sog. “bioenergetische Zentren“ errichtet werden, die neben der Vermittlung von Exporten und der Aushandlung langfristiger Lieferverträge auch neue Raffinerien in derzeit landwirtschaftlich ungenutzten Regionen planen und realisieren sollen. Ein Pilotprojekt soll bereits im Oktober dieses Jahres im Bundesstaat Rio Grande do Sul starten, wo die in der Region ansässigen landwirtschaftlichen Familienbetriebe zur Ethanolgewinnung mit einbezogen werden sollen. Die Bauern liefern dabei die Biomasse an kleine Raffinerien, die ab 500 Liter Ethanol täglich produzieren. Die Ernten werden jedoch aufgeteilt und auch der Lebensmittel- oder Tierfutterproduktion zugeführt. Beim Biodiesel will Petrobras sich zukünftig besonders im Nordosten engagieren. Hier könnte, so Santana, bereits in einigen Jahren Biodiesel aus Rizinus, Baumwolle und Jatropha die fossilen Brennstoffe teilweise oder im besten Fall sogar ganz ersetzen. Neben den geringeren Treibhausgasen bieten der Anbau der Pflanzen und die Produktion von alternativem Treibstoff im Armenhaus Brasiliens den Bewohnern langfristige Alternativen für Beschäftigung und Sicherung des Lebensunterhaltes. Quelle: Dietmar Land für brasilienportal |
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