[News vom: 08.05.2008]

Wirbelsturm verursacht massive Schäden in Rio Grande do Sul

Wie der Zivilschutz am gestrigen Dienstag mitteilte, waren rund 200.000 Menschen von starken Regenfällen betroffen, 3.000 mussten ihre Häuser verlassen. Am Schlimmsten waren der Grossraum Porto Alegre und die Küste in Richtung Norden im Bundesstaat Rio Grande do Sul betroffen. Hier wurden rund 400 Häuser durch die Naturgewalten vollständig zerstört.

Noch immer ist in zahlreichen Gemeinden des südlichsten brasilianischen Bundesstaates der Notstand ausgerufen. In abgelegenen Ortschaften werden derzeit noch die die Schäden seitens des regionalen Zivilschutzes untersucht. Fast überall laufen zudem die Aufräumarbeiten. Viele Häuser standen nach sintflutartigen Regenfällen kurzzeitig meterhoch unter Wasser, Strassen verwandelten sich in reissende Flüsse. Zudem drohen derzeit vielerorts weitere Erdrutsche, Häuser und Strassen wurden teilweise unterspült.

Aber auch Bäume wurden entwurzelt, Strommasten knickten wie Streichhölzer, Mauern fielen um. Am Samstag waren rund 350.000 Menschen in der Region für sechs Stunden ohne Strom. Zwei Menschen sind nach offiziellen Angaben während dem Unwetter ums Leben gekommen. Aber auch im Süden von Santa Catarina mussten Menschen vor den Wassermassen fliehen. In einem Ort wurde fast die Hälfte der Bewohner aus ihren Häusern vertrieben. Dort wurde neben 40 Häusern auch ein Gesundheitsposten zerstört. Auf der bekannten Nationalstrasse BR-101 stand das Wasser auf einer Länge von über 10 Kilometern rund 30 Zentimeter hoch auf der Strasse, der Verkehr kam vollständig zum erliegen.

Der aussertropische Zyklon war nach Ansicht von Experten eines der extremsten Wetterphänomene der vergangenen 10 Jahre, sowohl von der geografischen Ausbreitung als auch von der Zahl der betroffenen Bewohner der Region. 378 der 496 Munizipe sind davon mittelbar oder unmittelbar betroffen. 190 Milliliter Niederschlag und Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h wurden registriert.

Doch der Zivilschutz konnte schon kurz nach Abklingen des Sturmes gut vorbereitet mit den Hilfsarbeiten beginnen. Bereits 5 Tage vor Eintreffen des Zyklons auf die brasilianische Küste waren die Einheiten in Alarmbereitschaft versetzt worden und planten bereits den Einsatz. Zudem wurden die Bewohner aufgefordert, bewegliche Objekte und vor allem Müll von den Strassen zu entfernen, damit das Wasser zügig abfliessen kann. Die Einsatzleitung ist jedoch davon überzeugt, dass wenn sicher die Bürger besser vorbereitet hätten, die Schäden geringer ausgefallen wären. Oft werde nur von Prävention gesprochen, aber nicht entsprechend gehandelt.

Das “Komitee der solidarischen Aktion”, eine Hilfsorganisation des Bundesstaates Rio Grande do Sul hat ebenfalls mittlerweile begonnen, in einem ersten Schritt 1500 Kleidungsstücke und 300 Matratzen zu verteilen. Auch dies läuft über den regionalen Zivilschutz, der alle Arbeiten derzeit in den Notstandsgebieten koordiniert.
Quelle: Dietmar Lang für www.brasilienportal.ch