[News vom: 23.06.2008]

Öffentliche Waldgebiete in Brasilien sollen auch in Zukunft weiter wachsen

Diese Zahl veröffentlichte eine Unterabteilung des brasilianischen Umweltministeriums am vergangenen Wochenende. Damit stieg die Grösse der Waldflächen um 11,26 Prozent gegenüber 2007, wo 194 Millionen Hektar in den umfangreichen Listen aufgeführt wurden.

Von dieser gigantischen Fläche, sechsmal so gross wie Deutschland, befinden sich 185 Millionen Hektar in Staatseigentum und sind ausgewiesene Schutzflächen oder Indianerterritorien. Weitere 25 Millionen sind bislang keiner öffentlichen oder privaten Bestimmung zugeführt. Die Regierung will diese nun ebenfalls in die Schutzprogramme mit aufnehmen.

94 Prozent der brasilianischen Wälder befinden sich im Norden des Landes. Allerdings wurde das 2006 verabschiedete brasilianische Waldgesetz dort teilweise noch nicht umgesetzt. Die Bundesstaaten werden darin verpflichtet, die öffentlichen Waldgebiete zu katalogisieren. Bis jetzt kamen lediglich die Bundesstaaten Amapá, Amazonas, Pará und Acre dieser Regelung nach.

Laut dem Leiter des “Systems brasilianischer Wälder“, Tasso Azevedo verhindert gerade die Katalogisierung der Flächen zukünftig die Ausbeutung der dort vorhandenen natürlichen Ressourcen und hilft mit, die Wälder zu erhalten. „Es muss im Interesse eines Bundesstaates liegen, die Wälder zu katalogisieren, denn es ist die einzige Form, den Erhalt zu garantieren. Und dies kann man nur mit registrierten Flächen umsetzen“, erläuterte Azevedo.

Bis 2010 soll die Fläche der registrierten und katalogisierten öffentlichen Waldgebiete, davon ist Azevedo überzeugt, bis auf 300 Millionen Hektar oder 3 Millionen Quadratkilometer anwachsen. Grösstes Problem ist hierbei jedoch die rechtliche Dokumentation der Wälder. Hier muss laut dem Umweltministerium ein intensiver Datenaustausch bezüglich der staatlichen Wälder und der Schutzzonen der einzelnen Bundesstaaten stattfinden.

Noch immer gibt es jedoch  Waldgebiete, die noch nicht zu Reservaten und Schutzzonen umgewidmet wurden.  Davon liegen 13.6 Millionen Hektar im Bundesstaat Amazonas, 5.9 Millionen Hektar in Pará und 4.7 Millionen Hektar in Roraima. Aber auch hierbei plant die brasilianische Regierung kurz- und mittelfristig Massnahmen, den Erhalt langfristig zu garantieren.

Dietmar Lang für BrasilienPortal