[News vom: 05.08.2008]

Gesetz plant Anbauverbot von Zuckerrohr im Pantanal

Im Pantanal  und auch in Amazonien soll zukünftig prinzipiell kein Zuckerrohr mehr angebaut werden dürfen. Darauf verständigten sich Umweltminister Carlos Minc und Landwirtschaftsminister Reinhold Stephanes nach einem mehrstündigen Treffen am gestrigen Montag. Durch diese Massnahme soll das grösste Feuchtgebiet und das grösste Waldgebiet der Erde nachhaltig geschützt werden.

Einzige Ausnahmen bildet die Umgebung von drei bereits fertig gestellten Raffinerien in den Bundestaaten Acre, Amazonas und Pará sowie einem genehmigten Projekt im Bundesstaat Roraima. Am nördlichen Rand des Pantanal dürfen zudem Zuckerrohrplantagen weiter bestehen, die seit über 10 Jahren dort existieren.

“Wir werden durch diese Übereinkunft Amazonien und das Pantanal bewahren, allerdings auch keine bestehende Produktion vernichten und nun Restriktionen aufbauen, um die Biome zu schützen und nicht umgekehrt“, erklärte Minc nach dem Treffen. Laut dem Umweltminister soll im Grenzgebiet des Pantanal nur direkte Bepflanzung erlaubt werden, ohne den Einsatz von Maschinen, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. Hierbei soll weitestgehend eine Erosion und die Verunreinigung der Flüsse verhindert werden.

Nach Aussage von Minc ist es jedoch unbedingt notwendig, die Region kontinuierlich zu überwachen, denn die “Philosophie der Übereinkunft ist eine Sache, die Einhaltung eine andere“. Die Vorlage geht laut Stephanes nun zur Analyse ins Präsidialamt und um alle notwendigen Schritte für eine Verabschiedung einzuleiten. Bereits in einem Monat könnte der Entwurf rechtskräftig werden.

Dietmar Lang für BrasilienPortal