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Fauna
Amphibien und Wirbellose
Frösche und Kröten sind besonders zahlreich, durch die grossen
Wassermengen in dieser Region. Und die Gruppe der Insekten fällt dem
Besucher besonders durch ihre Farben und Formen auf: zerbrechlich
erscheinende, wie filigrane Libellen (Libelulas), exotische
Schmetterlinge (Borboletas), riesige Nachtfalter (Mari- posas), Ameisen
(Formigas) in verschiedenen Grössen. Eine Unzahl blutsaugender Moskitos
und anderer stechender Insekten, machen dem unvorbereiteten Besucher
allerdings manchmal das Leben schwer. Muscheln, wie zum Beispiel die
Caramujo-Aruá, beliebte Speise der Kaimane und besonders des
Gavião-Caramujeiro (Muscheln fressende Falkenart), findet man im
Überfluss an den Seeufern. Ihre rosafarbenen Ei-Ketten sind an die
Stengel der Wasserpflanzen geklebt.
Kaimane
Im Verlauf von Jahrzehnten wurden im Pantanal Millionen von Jacarés
(Kaimane) getötet, um deren Häute an die Fabrikanten von Taschen,
Schuhen, Gürteln und anderen Leder-Produkten zu verkaufen. Während der
Nacht treiben diese Tiere im seichten Wasser, nur ihre hervorstehenden
Augenwölbungen und Nasenöffnungen ragen über die Wasseroberfläche. Wenn
man den Lampenstrahl auf sie richtet, reflektieren ihre Augen den
Lichtstrahl feuerrot - wie die Rücklichter eines bremsenden Autos -
dadurch entdeckt man sie sofort. Ein geübter Jäger kann sie also sehr
leicht abschiessen oder mit einer Harpune aufspiessen. Damals fielen
jenen Häute-Jägern, die nachts aus dem Nachbarstaat Paraguay ins
brasilianische Pantanal eindrangen, Hunderte dieser Tiere in wenigen
Stunden zum Opfer, von denen sie lediglich die der Sonne nicht
ausgesetzte Bauchseite herausschnitten - als wertvollsten Hautteil -
die vielen Kadaver liessen sie für die Geier zurück. Das brasilianische
Militär musste schliesslich eingesetzt werden, um dieser Abschlachterei
ein Ende zu machen.
Heute ist dieses Problem endlich gelöst. Darüber hinaus hat das
Brasilianische Institut für Umwelt (IBAMA) die Genehmigung zur Züchtung
von Kaimanen in Gehegen erteilt. Jetzt können sowohl ihr Fleisch als
auch ihre Häute - mit Züchtungs-Zertifikat - in den Handel gebracht
werden.
Solange es allerdings Abnehmer für Produkte gibt, die von Wildtieren
stammen, solange wird es auch Jäger geben, die solche Tiere
abschiessen. Eine Möglichkeit, solche illegale Jagd und den
entsprechenden Handel mit lebenden Tieren oder deren Körperteilen,
Fellen, Federn oder Häuten zu unterbinden, besteht darin, sie den
Behörden zu melden. Hier die Homepage zur Kontaktaufnahme:
www.renctas.org
Piranhas
Viele Leute glauben, dass diese Raubfische einfach so Personen
angreifen, um sie dann mit ihren spitzen Zähnen zu zerstückeln und zu
verschlingen. In Wirklichkeit ist "Piranha" ein genetischer Name für
verschiedene fleischfressende Spezies des Süsswassers, welche normaler-
weise in seichten und ruhigen Gewässern leben, unterhalb der
aquatischen Vegetation. Sie greifen kaum grössere Tiere an, es sei
denn, sie bluten aus offenen Wunden oder dringen in ihr Territorium
ein. Extrem gefrässig, können sie in einem solchen Fall auch ein
grosses Beutetier in wenigen Minuten zerfleischen, denn sie stürzen
sich dann in grossen Konzentrationen auf die ahnungslose Beute.
Man sollte grundsätzlich in stehenden Gewässern des Pantanal nicht
baden - nur in Flüssen, von einer Sandbank aus, und sich dort im
seichteren Wasser abkühlen - ohne im tieferen Wasser zu schwimmen! Denn
es ist schwierig zu sagen, an welchen Stellen sich die Piranhas in
grossen Konzentrationen aufhalten, und noch schwieriger, wann man ihr
Territorium verletzt.
Ein guter Tipp:
Im Allgemeinen wissen die Bewohner der jeweiligen Gegend am besten
Bescheid, und man sollte sie konsultieren, bevor man zu einem
erfrischenden Bad in einen Fluss oder See springt. Der natürliche Feind
der Piranhas ist der Kaiman - wo sich Kaimane aufhalten, sind die
Piranhas weniger vertreten. Aber das hilft Ihnen wenig, denn sicher
trauen Sie den Kaimanen als Badegenossen auch nicht über den Weg - oder?
"NINHAL"
Hierbei handelt es sich meist um einen riesigen Verbund von ausladenden
Bäumen, auf denen die verschieden- sten Arten von Wasservögeln ihre
Nester gebaut haben - man nennt diese Wohngemeinschaften auch "Vivei-
ros" (etwa: Lebensgemeinschaften). Sie finden sich als Baumgruppen, in
der Regel am Rand von Lagunen, Seen und Flussufern, in und an deren
Wasser die einzelnen Bewohner reichlich Nahrung finden. Eine solche
Wohngemeinschaft hat verschiedene Vorteile für die einzelnen
Mitglieder: zum Beispiel den der grösseren Chance vor Beutejägern
gewarnt zu werden und so zu überleben. Der Streit um die tägliche
Nahrung am Wasser hält sich in Grenzen, denn an den für die
Wohngemeinschaft ausgesuchten Stellen ist Nahrung während der gesamten
Brutzeit reichlich vorhanden.
"PIRACEMA" - die Schonzeit der Fische
Die Periode zwischen Oktober und März, wenn die Fische gegen den Strom
schwimmen, um zu ihren Laichplätzen zu gelangen und sich
fortzupflanzen, nennt man in Brasilien "Piracema". Die ungestörte
Entfaltung dieses Phänomens ist auch von grundsätzlicher Bedeutung für
den bekannten Fischreichtum der Flüsse und Seen des Pantanal. Die
Regierungen von Mato Grosso und von Mato Grosso do Sul, vertreten durch
ihre "Polícia Florestal" (Naturschutz-Polizei), sowie die
Landesregierung in Brasília, vertreten durch die IBAMA
(Umweltschutz-Behörde), machen zusammen die grössten Anstrengungen,
nicht nur die Fischerei in diesen besonderen Monaten vollkommen zu
unterbinden, sondern die Fischerei - sowohl die der Amateure, wie die
der Professionellen - Regeln und Kontrollen zu unterwerfen, die zum
Wohl des zukünftigen Fischbestandes festgelegt wurden.
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