Der Pantaneiro - Mato Grosso - Pantanal



Der Pantaneiro ist eine Art brasilianischer “Cowboy”, in dessen Adern eine gute Portion Indianerblut fliesst. Vielleicht ist er deshalb dem Landleben im wahrsten Sinne des Wortes verfallen – er fühlt sich wie ein König der Savannen und Dschungel – absoluter Herr der Natur. Seine schnelle Ratio zeigt sich in der Kunst, die halbwilden Pferde zu zähmen und wie er mit dem Lasso umzugehen versteht. Seinen Luchsaugen entgeht keine Bewegung in der Ebene – sie erkennen jedes sich versteckende Wild genauso schnell wie ein irgendwo niedergebrochenes krankes Tier seiner Herde.


Die Pantaneiros sind Menschen, die in der Region des Pantanal geboren wurden. Sie sind Nachkommen der Bandeirantes (Portugiesen, die immer weiter westlich in das Landesinnere vordrangen) welche sich mit Indianern und Paraguaios mischten. Die Viehzucht hat eine seit 200 Jahren andauernde Tradition und ist somit die wichtigste Einnahmequelle der Region. Somit hat die Arbeit mit dem Vieh einen grossen Einfluss auf die Kultur dieser Menschen.


Der typische Tag eines Pantaneiros beginnt sehr früh, wenn er seinen “quebra-torto”, ein äußerst kalorienhaltiges Frühstück einnimmt, welches aus „arroz carreteiro“ (Reis mit Trockenfleisch) und Kaffee besteht. Mit dem Vieh zu arbeiten ist eine oft unvorhersehbare Anstrengung und der Pantaneiro verlässt sein Haus meistens ohne den Zeitpunkt seiner Rückkehr zu kennen. Bevor er sein Pferd für den Tag zäumt, trinkt er den “Tereré”, eine Art Eistee, aus den grünen Blättern des Yerba-Mate, ein im Westen von Brasilien, an der Grenze zu Bolivien, Paraguai und Argentinien, charakteristischer Baum.


Die Pantaneiros sind sehr einfache Menschen, die ihre Natur und Umgebung sehr schätzen und respektieren, sie verstehen es, sehr hart zu arbeiten. Bei einem reichhaltigen Rodizio (gegrilltes Rindfleisch) sind die Panteneiros glücklich und zufrieden, dabei vielleicht noch etwas Musik mittels einer Gitarre und ein begleitender Gesang oder Tanz, dann ist der Pantaneiro in seinem Element und zufrieden.


Als Zeitvertreib gibt es ab und an Lasso-Wettbewerbe, deren größte Motivation und Kompetenz aus der Arbeit mit dem Vieh stammen. Diese Elemente lassen den Menschen des Pantanal in perfekter Harmonie, Hingabe an die Arbeit und Respekt vor der Natur sein Tagwerk verrichten. Auf dem Speiseplan des Pantanal zeichnet sich unter den typischen Gerichten das spezielle „Churrasco“-Grillessen aus. Es besteht aus großen Fleischstücken, unterschiedlichen Abschnitten des Rindes, die von den Vaceiros (Reiter) auf langen Holzspießen serviert werden. Süßwasserfische sind auch hervorragende Gerichte (Pacu, Pirinha oder Pintado), üblich speziell bei der Bevölkerung, die am Rande der Flüsse und der großen Seen leben. Aber es gibt auch andere typische Speisen wie z. B. der „arroz carreteiro“, begleitet von Farofa (geröstetes Maniokmehl) und Bananen. Hervorzuheben ist auch die berühmte „Galinhada“, in einem Eisentopf gekochter Hühnereintopf.


Besuchen Sie auch die Familie von Maximiliano und Dona Clarisse, geniessen Sie das typische Pantanal-Essen (Reis mit Fleisch, Farofa, Bohnen). Schauen Sie Dona Clarisse beim Spinnen von Baumwolle zu oder geniessen Sie beim Lagerfeuer ein typisches Churrasco mit Gitarrenmusik am Abend (ab 6 Personen). Schreiben Sie uns - wir organisieren für Sie den Besuch (15,00 Euro pro Person).


Die Familie von Maximiliano lebt auf einem kleinen, etwa 24 Hektar grossen Grundstück im Pantanal. Das kleine Grundstück ist bereits seit über 70 Jahren im Familienbesitz, Maximiliano wurde hier geboren, er ist 62 Jahre alt. Mit ihm zusammen bewohnen das Haus und bewirtschaften das Grundstück (Maniok, Bananen, Baumwolle, Mais, Zuckerrohr) seine Frau und drei Kinder. Die kleine Farm liegt an der Transpantaneira, unweit der Pousada Piuval.