Rondonia - Informationen



Der Bundesstaat Rondônia liegt in der östlichen Region des Amazonasgebietes und hat eine Fläche von 238.512 qkm. Es grenzt nördlich und nordöstlich an Amazonien, südlich und südöstlich an Mato Grosso, südöstlich und westlich an Bolivien und nordwestlich an Acre und Amazonien.

Rondônia, ein seit den 70er Jahren vorrangig gefördertes Kolonisationsprojekt der brasilianischen Regierung, wurde 1981 mit viel Pomp zum Bundesstaat erhoben. Er wurde nach dem brasilianischen Forscher, Landesvermesser und Erbauer von Telegraphenleitungen Marechal Cândido Rondon benannt, der 1913 von Franklin Delano Roosevelt, dem späteren nordamerikanischen Präsidenten auf einer Expedition in den nördlichen Mato Grosso begleitet wurde.

Das Relief von Rondônia ist nur wenig hügelig, mit Ausnahme der Gebirge von Pacáas Novos und Parecis, in denen die Gipfel eine Höhe von 800m erreichen. Grosse und zahlreiche Flüsse durchqueren den Staat, unter ihnen auch der Rio Madeira - mit einem Flusslauf von 1700 km - der als längster Fluss des Amazonasgebietes gilt. Zwischen Porto Velho, der Hauptstadt, und Guajará-Mirim befinden sich 18 Wasserfälle, die sich im 18. Jahrhundert durch den Bau der Bahnstrecke  Madeira-Mamoré, sowie für den Transport von Kautschuk, Kastanien, Fellen und Passagieren als nützlich erwiesen.


Rio Pacaás Novos

Die Besiedlung der Region begann im 17.Jahrhundert, als die Spanier, Portugiesen, Franzosen und Holländer die Flüsse - auf der Suche nach Gold und Indianer als Sklaven - durchstreiften. Im Jahre 1776 erlangten die Portugiesen mit dem Bau der Festung "Príncipe da Beira" das Landrecht des "Vale do Guaporé".

Im 19. Jahrhundert zog die Eroberung des Kautschuk mehr als achttausend Arbeiter in die Gummiplantagen des Amazonasgebiete. Nach dem Niedergang des Kautschuks beauftragte die Regierung, besorgt um die Isolierung der im Norden von Cuiabá lebenden Bevölkerung, den General Rondon dazu, eine telegraphische Verbindung zwischen Cuiabá und Porto Velho herzustellen. An den Knotenpunkten der Telegraphen bildeten sich Siedlungen und ein Teil dieser Region setzte dem heutigen Bundesstaat Rondônia seinen Ursprung. Mit dem zweiten Weltkrieg begann ein weiterer Kautschukzyklus verbunden mit einer neuen Einwanderungswelle.
 Um 1958 wurde in der Region der Gummiplantagen auf Zinnerz gestossen und es begann eine weitere Schürfwelle, auf die ein landwirtschaftlicher Aufschwung folgte und Tausende von Menschen zur Besiedlung an der Bundesstrasse "BR 365" anzog. Innerhalb von 30 Jahren explodierte die Bevölkerungszahl von 37.000 (1950) auf annähernd 500.000 (1980) Einwohner. Zur Zeit leben etwa 1,5 Millionen Menschen im Bundesstaat.

Seit die BR-364 zwischen Cuiabá und Porto Velho fertiggestellt wurde, ist der Staat Rondônia von einer Siedlungs- und Zerstörungswelle heimgesucht worden. Vorher war das von den Guaporé-Indianern bewohnte Gebiet kaum bekannt. Unter unvorstellbar hohen Belastungen für die Menschen wird dort die Erschliessung vorangetrieben. Acht Jahre nach seiner Gründung zählte bzw. das Städtchen Romlin 80.000 Einwohner und über 100 Sägewerke. Doch viele Siedler sind schon kurze Zeit, nachdem sie ihr Stückchen Land mühsam gerodet haben, gesundheitlich gar nicht mehr in der Lage, ihren Acker zu bewirtschaften. Vielfach geben auch die Böden nach der zweiten Regenzeit nichts mehr her. Für viel zu wenig Geld verscherbeln die Siedler ihren Boden dann an die Grossgrundbesitzer und Rinderzüchter. Die seit Generationen ungerechte Verteilung von Boden und Gütern wird so ungewollt bis in den letzten Winkel Brasiliens fortgeschrieben.

Porto Velho hat sich innerhalb von zwanzig Jahren zur rund 250.000 Einwohner zählenden Stadt entwickelt. Siedler, Gold- und Zinnsucher. Im Zentrum ist es laut und bunt: Musik aus riesigen Lautsprechern und die Ansagen der Goldpreise.

Die Vegetation zeichnet sich durch Spezies in der Übergangsregion zwischen Buschsteppe und tropischem Regenwald, Wäldern mit Wiesenflächen, sowie brachliegenden und überschwemmten Feldern aus. Das Klima ist tropisch-feucht, mit vorherrschender Hitze und regelmässigen Niederschlägen.

Rondônia liegt eine Stunde hinter der brasilianischen Standardzeit zurück.

Geografische Prägung:

Übergangsgebiet zwischen den Ökosystemen des Amazonasgebiete und Buschsteppe mit Gebieten des Pantanal, Gebirge und Flachländer.
Landschaften mit natürlich belassenen Wäldern und Feldern, die von Flüssen mit Stromschnellen durchkreuzt werden.
Spuren der Besiedlung wie die Festung Príncipe da Beira und die Bahnstrecke Madeira-Mamoré

Besonderheiten:

Vegetation mit reicher, biologischer Vielfalt.
Abwechslungsreiche Landschaften.
Flüsse mit Stränden, Wasserfälle und Orte zum Sportangeln.

Historisch-kulturelle Besonderheiten:

Bauten, Bergbaugebiete sowie archäologische Fundstellen.
Nationalpark Pacaás Novos und verschiedene natürlich bewahrte Gebiete,