Foz do Iguaçu

Foz do Iguaçu liegt im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay. Die unglaublichen Naturgewalten rund um die Flüsse Rio Iguaçu und Rio Paraná sind enorm. Wer schon immer einmal das endlose Rauschen der grössten und schönsten Wasserfälle der Welt hören wollte, ist hier genau richtig.

 

Die Stadt

Sie liegt an der Einmündung des Rio Iguaçú in den Rio Paraná - genau im Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay - im äussersten Westen des Bundesstaates Paraná, 639 Kilometer von der Hauptstadt Curitiba entfernt. Landverbindung zwischen den beiden Städten ist die Bundesstrasse BR-277 - aber die meisten Besucher kommen auf dem Luftweg hierher - im Direktflug von Rio de Janeiro oder São Paulo. Die Stadt ist Eingangstor zu einer der grössten touristischen Attraktionen Brasiliens, den Cataratas do Iguaçú - jenen weltberühmten Wasserfällen 28 Kilometer südöstlich der Stadt, innerhalb des Parque Nacional do Iguaçú, an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien gelegen.



"Presidente Tancredo Neves"

Die Brücke verbindet Foz do Iguaçú mit Puerto Iguazú, in Argentinien - sie wurde am 29. November 1985 (nach fast 3 Jahren Bauzeit) eingeweiht, von den Präsidenten José Sarney (Brasilien) und Raul Alfonsín (Argentinien). Die Brücke erhielt ihren Namen zu Ehren des brasilianischen Präsidenten aus Minas Gerais, der bereits gewählt, kurzfristig verstarb, ohne sein Amt angetreten zu haben. Die Brücke hat eine Länge von 489 m, eine Breite von 16,50 m und 220 m Abstand zwischen den mittleren Pfeilern - sie verbindet die RN-12 auf argentinischer Seite, mit der BR-469 in Brasilien.

 

"Internacional da Amizade" (Brücke der Freundschaft)

Verbindet Foz do Iguaçú mit Ciudad del Este, in Paraguay - sie wurde 1965 (nach 9 Jahren Bauzeit) von den Präsidenten Castello Branco (Brasilien) und Alfredo Stroessner (Paraguay) eingeweiht. Damit die Schifffahrt während der Hochwasser-Periode nicht beeinträchtigt würde, hat man ihre Länge auf insgesamt 552,40 m ausgedehnt - mit einem freitragenden Bogen zwischen den beiden mittleren Pfeilern, von 303 m (der bisher grösste freitragende Brückenbogen der Welt) - Breite 13,50 m, die Höhe vom Flussbett gemessen beträgt 78 m und 32 m über dem normalen Wasserspiegel. Die Brücke befindet sich am westlichen Zipfel der Stadt und dem Ende der BR-277 - sie verbindet mit der Strasse Ruta-01 nach Ascuncion (305 km).

Marco das Três Fronteiras

Wo die Grenzen aller drei Länder zusammenstossen, haben Brasilien, Argentinien und Paraguay bereits im Jahr 1903 beschlossen, diese Stelle von allen drei Seiten her zu markieren. Also stellte jedes Land einen Obelisken auf - jeder bemalt mit den Farben seines Landes. Der brasilianische hat die Form einer Pyramide, und eine Aussichtsplattform, welche eine gute Panoramasicht hinein in die drei Länder bietet. Von hier aus kann man ebenfalls den Zusammenfluss des Rio Iguaçú mit dem Rio Paraná überblicken. Am gleichen Ort befindet sich auch ein Gedenkstein zu Ehren des Alvaro Nuñes Cabeza de Vaca, der im Jahr 1542 die Iguaçu-Wasserfälle entdeckt hat.
 

Der Nationalpark von Iguaçu

Die Wasserfälle von Iguaçú sind für viele Brasilienbesucher die grösste Attraktion überhaupt: Sie werden vom Fluss gleichen Namens gespeist - entdeckt hat sie der Spanier Alvaro Nuñes, im Jahr 1542, der in die Geschichte als Cabeça de Vaca (Kuhkopf) eingegangen ist. Er nannte die Fälle Saltos de Santa Maria - dieser Name verlor sich jedoch im Lauf der Geschichte, und man übernahm die Bezeichnung Iguaçú von den lokalen Tupi-Guaraní-Indianern, die in dem "Grossen Wasser" als heilige Begräbnisstätte, ihre Toten versenkten.

Der Rio Iguaçú entspringt unweit von Curitiba in dem Küstengebirge Serra do Mar, auf einer relativ bescheidenen Höhe von 1.300 Metern und fliesst über eine Länge von 1.320 km von Ost nach West dem Rio Paraná zu. Unterwegs nimmt er das Wasser von mehreren Dutzend Nebenflüssen auf, und 15 km vor seiner Einmündung stürzt er, inmitten eines 250.000 Hektar grossen Urwaldgebietes, mit grossem Getöse über ein hufeisenförmiges Felsenrund von 2.700 Metern Ausdehnung. Der Fluss teilt sich in 20 grosse und über 250 kleinere Fälle, die durchschnittlich ca. 1750 Kubikmeter pro Sekunde an Wasservolumen über die Felsenterassen transportieren. Die Iguaçu-Fälle sind in Ihrer Ausdehnung breiter als die Victoria-Fälle, höher als die des Niagara und schöner als beide. Weder Worte noch Fotos werden ihnen gerecht - man muss sie gesehen und gehört haben.

Das Urwaldgebiet rund um die Fälle - insgesamt 250.000 Hektar schönsten tropischen Regenwaldes, eine der grössten Waldreserven Südamerikas - wurde als Parque Nacional de Iguaçú (185.000 ha), auf der brasilianischen Seite, und als Parque Nacional Iguazu (65.000 ha), auf der argentinischen, bereits 1939 unter Naturschutz gestellt. Im Jahre 1986 wurde das Gebiet von der UNESCO - zusammen mit dem Pantanal - zum Heritage of Mankind erklärt. Das einzigartige Naturschauspiel wird jährlich von über 1,5 Millionen Besuchern aus aller Welt bewundert.

Die Iguaçu-Fälle bilden eine natürliche Grenze zwischen Brasilien und Argentinien. Allerdings entfällt das grössere Stück der Fälle auf Argentinien - deshalb sollte man, um die Wasserfälle auch in ihrem Gesamt gesehen zu haben, auf beiden Seiten gewesen sein. Von der brasilianischen Seite aus bekommt man einen besseren Gesamteindruck, während man auf der argentinischen Seite näher an sie herankommt. Die beste Zeit, sich die Fälle anzusehen, ist von August bis November. Von Mai bis Juli sind sie zwar gewaltig, durch ihr Hochwasser, man kommt aber aus demselben Grund nicht nahe genug an sie heran.

Die brasilianische Seite der Wasserfälle ist, wie gesagt, die in ihrem Gesamtbild imposantere: Man hat von hier einen Blick auf den schäumenden unteren Rio Iguaçú und hinauf zur herabstürzenden 800 Meter breiten Wasserfall-Front. Der brasilianische Park rundherum ist mit 1850 Quadratkilometern, gegenüber dem argentinischen mit nur 650 Quadratkilometern, zwar der grössere, aber der argentinische ist in einem besseren Zustand. Wenn Sie Mut haben, dann leisten Sie sich einen Helikopter-Rundflug über den Fällen: Überwältigende Eindrücke während dieses 8-Minuten-Vergnügens in der Luft erwarten Sie.

Die argentinische Seite der Wasserfälle ist dafür bekannt, dass man hier die Fälle nicht nur aus nächster Nähe betrachten, sondern auch zwischen ihnen spazieren gehen kann. Die Gesamtausdehnung der hufeisenförmigen Wasserfall-Front auf argentinischer Seite beträgt 1900 Meter, sodass sich insgesamt - auf brasilianischer und argentinischer Seite - eine Wasserfall-Front von 2700 Metern ergibt! Es gibt im argentinischen Park drei Wanderwege, von denen man sich den zur Garganta del Diablo, dem Teufelsschlund, wegen des dramatischen Effekts bis zum Schluss aufsparen sollte: über ein System von Holzstegen gelangt man zu einem Kessel, in den 14 gewaltige Fälle Wasser in 90 Meter Tiefe hinabschleudern. Man steht dicht über diesem Abgrund - die Aus- beziehungsweise Einsicht ist hypnotisierend: das Donnern im Ohr - riesige Regenbögen vor Augen - alles durchnässender Dunst - ein urgewaltiges Schauspiel.

Flora und Fauna

Die Flora im Nationalpark von Iguaçú setzt sich grundsätzlich aus zwei Vegetations-Gruppen zusammen: dem stationären tropischen Regenwald und dem Araukarien-Wald. Die Fauna ist von repräsentativem Charakter: mehr als 200 Vogelarten, vertreten durch Papageien, Tukane, Falken, Kolibris, Jabiru-Störche - unter ihnen so seltene Arten wie der Arara-Canindé oder der Papagaio-de-peito-roxo, der Gavião-pega-macaco oder die Tauchente. Hier hat man allein 257 Schmetterlingsarten identifiziert, 18 Fisch-Arten, 12 Amphibien-Arten, 41 Schlangen-Arten, 8 Eidechsen-Arten, 3 Leguan-Arten und 45 Arten von Säugetieren. Unter den Säugetieren sind auch so gefährdete Arten wie der gefleckte Jaguar (Panthera onca) und der Puma (Puma concolor), Raubtiere, die einen relativ grossen Lebensraum beanspruchen und die in diesem Park das letzte Refugium dieser Region gefunden haben. Im Jahr 2000 trat eine völlig neue Besuchs-Struktur des Parque Nacional do Iguaçú in Kraft, die dem Besucher mehr Sicherheit und Qualität des Service garantiert und gleichzeitig beabsichtigt, den Besucher für den Umweltschutz zu motivieren und zu erziehen.

Parque das Aves (Vogelpark)

Dies ist ein Vogelpark innerhalb des Nationalpark-Geländes, der 1994 gegründet wurde. Ein Erlebnis der besonderen Art, dass man als Besucher auf keinen Fall auslassen sollte, denn auf eine sehr einfühlsame Art und Weise - und vor allem, mit viel Platz - hat man hier auf 16,5 Hektar Fläche innerhalb nativen Waldbestandes zirka 900 Exemplare von 180 verschiedenen Vogelarten untergebracht. In ihrer Mehrheit brasilianische Arten, aber auch Spezies aus Afrika, Asien und Australien, sind in grosszügigen, durch Maschendraht getrennten und zwischen der nativen Vegetation eingerichteten Lebensräumen untergebracht, die der Besucher auf einem insgesamt 1.000 Meter langen Pfad jeweils betritt und wieder verlässt. Darüber hinaus gibt es ein Schmetterlingshaus, in dem -zig Arten von Schmetterlingen den Besucher umflattern - ein Kolibri-Haus, in dem man die kleinen Nektar-Sauger beobachten kann - und ein Reptilien-Haus, mit Schlangen und Kaimanen.

Itaipú-Staudamm

Mit einer Höhe von 200 Meter und einer Länge von rund acht Kilometern ist der Itaipú-Staudamm am Rio Grande, zwischen Paraguay und Brasilien, der größte Staudamm der Welt. Sieben Jahre lang – von 1975 bis 1982 – waren 30.000 Arbeiter mit dem Bau des Mega-Damms beschäftigt. Er verschlang die stattliche Summe von 18 Milliarden Dollar. Jede Sekunde schießen bis zu sechs Millionen Liter Wasser durch die Schleusen. 18 Turbinen verwandeln diese gewaltigen Wassermassen in Energie – in knapp 90.000 Gigawattstunden pro Jahr. Eine Stadt wie Berlin könnte damit sechs Jahre auskommen. Den Strom teilen Brasilien und Paraguay unter sich auf. Der Damm staut eine Wassermasse von 29 Millionen Kubikmetern auf. Würde er brechen, hätte das katastrophale Folgen für die beiden südamerikanischen Länder. Und tatsächlich könnte eine kleine Muschel Auslöser einer solchen Katastrophe sein. Diese Muscheln bilden riesige Kolonien an der Staumauer und fressen dort kleine Mikroorganismen. Das schwächt den Beton, die Staumauer könnte irgendwann brechen - falls nichts dagegen unternommen wird. Wunderwelt Wissen erklärt, wie das größte Wasserkraftwerk der Welt funktioniert und was seine Betreiber gegen die zerstörerische Muschel unternehmen.